Hier finden Sie Pressemitteilungen und Veröffentlichungen aus dem Projektgeschehen:




Bad Sassendorf/Bielefeld, 06.04.2022

Medieninformation

Neue Auszeit-Angebote für pflegende Angehörige

16 Kurorte in Südwestfalen und Ostwestfalen-Lippe arbeiten gemeinsam

Bad Sassendorf/Bielefeld, 06.04.2022 – In drei Präventions- und Rehabilitationskliniken in Bad Berleburg, Bad Sassendorf und Horn-Bad Meinberg wurden erstmalig Angebote für pflegende Angehörige entwickelt, die nun an den Start gehen:

  • VAMED Rehaklinik, Bad Berleburg:
    Ab Ende April können pflegende Angehörige erstmalig eine neue, speziell für sie konzipierte Präventions-/Rehabilitationsmaßnahme in der VAMED Rehaklinik Bad Berleburg durchführen. Die Pflegenden werden durch ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegefachkräften, Physio- und Sporttherapeuten, Ernährungsberatern, Sozialarbeitern und Psychologen betreut. Die Angehörigen lernen in einem auf sie zugeschnittenen Therapieprogramm mit ihren Ressourcen nach der Rehabilitation schonend umzugehen und eine Balance zwischen der oft kräftezehrenden Pflegetätigkeit und Regenerationsphasen zu finden.


  • Reha-Klinik Wiesengrund, Bad Sassendorf:
    Die Reha-Klinik Wiesengrund bietet erstmalig ab Mai ein spezialisiertes Programm für pflegende Angehörige an. Die direkt am Kurpark gelegene Klinik geht insbesondere in der Bewegungs- und Ergotherapie auf die Themen der pflegenden Angehörigen ein. In speziellen Gesprächsgruppen werden Entspannungsverfahren vorgestellt und die Kompetenzen der eigenen Handlungs- und Veränderungsmöglichkeiten erweitert.


  • Mediclin Rose Klinik, Horn-Bad Meinberg:
    Auf dem Programm der Reha für pflegende Angehörige stehen Bewegungstherapie, Sporttherapie, Entspannung und Stressbewältigung. Zusätzlich wird in Gruppen- und Einzelgesprächen auch die Pflegesituation in den Blick genommen, da viele pflegende Angehörige nur das pflegebedürftige Familienmitglied im Blick haben und sich selbst dabei verlieren.


Ziel der neuen Angebote ist die Stärkung der Menschen, die Familienangehörige pflegen und dabei starken Belastungen ausgesetzt sind.

Die Angebote richten sich als „Single-Lösungen“ zunächst an die Pflegenden (Pflegepersonen) selbst. Das bedeutet, dass für die Zeit der Reha eine Ersatzpflege für die pflegebedürftigen Angehörigen am Wohnort organisiert werden muss.

Es bestehen in Westfalen aber auch bereits Angebote für sogenannte „Tandem-Lösungen“, bei denen die Pflegenden und die Pflegebedürftigen gemeinsam in einem Kurort und ggf. sogar in einem Haus untergebracht werden.

Regionale-Projekte in Südwestfalen und Ostwestfalen-Lippe

Seit Juli 2021 laufen die Projekte „Auszeit in Südwestfalen“ und „Auszeit in Ostwestfalen-Lippe“. Beide Projekte haben sich jeweils im Rahmen der dortigen Regionalen qualifiziert, verfolgen – in enger Verzahnung miteinander – dieselben Ziele und werden mit Mitteln des Landesförderplans „Alter und Pflege“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) gefördert.

Hauptziel ist es, neue Kur-Angebote für pflegende Angehörige zu entwickeln, um die familiäre Pflege zu stützen und zu sichern. Der Bedarf ist groß, eine dynamische Entwicklung der Nachfrage ist abzusehen. Die Zahl und Auswahl der Angebote in NRW ist bisher aber nicht ausreichend.

Insgesamt 16 Kurorte und Heilbäder engagieren sich in den Projekten: Bad Berleburg, Bad Laasphe, Bad Sassendorf, Brilon, Erwitte/Bad Westernkotten, Lippstadt/Bad Waldliesborn, Olsberg, Schmallenberg und Winterberg (alle in Südwestfalen) sowie Bad Driburg, Bad Lippspringe, Bad Oeynhausen, Bad Salzuflen, Bad Wünnenberg, Horn-Bad Meinberg und Preußisch Oldendorf-Bad Holzhausen (alle in OWL).

Die individuellen Ausstattungen der Kurorte und Heilbäder sowie die große Fachkompetenz in Medizin und Therapie schaffen eine Bandbreite an Angebotsmöglichkeiten.

Unabhängige und kostenlose Beratung

Menschen, die ihre Angehörigen als eingetragene Pflegepersonen über einen längeren Zeitraum zuhause betreuen, haben regelmäßig ein Anrecht auf eine Rehabilitationsmaßnahme.

Für Interessierte steht in NRW ein landesweites Netz mit 136 Kurberatungsstellen mit kompetenten Ansprechpartnern zur Verfügung
Träger dieses Projektes sind die AW Kur und Erholungs-GmbH und der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e.V. Auch dieses Projekt wird vom MAGS gefördert.

Hohe Bedeutung der häuslichen Pflege – hohe Belastung der Pflegenden

Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt gemäß Prognose des Bundesministeriums für Gesundheit von aktuell etwa 4,1 Millionen Menschen – davon fast eine Million in NRW – bis zum Jahr 2030 auf 4,6 Millionen Personen weiter an. Rund drei Viertel aller Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt. Angesichts der Personalnot in der Pflege und der demographischen Entwicklung in Deutschland wird die Bedeutung der häuslichen Versorgung weiter zunehmen.

Die Pflegenden – in der Regel pflegende Angehörige – sind oft hohen körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt. Daraus entsteht die Notwendigkeit, dass für Pflegepersonen ausreichend Möglichkeiten für Auszeiten mit Erholung und medizinischer Rehabilitation angeboten und diese möglichst unbürokratisch in Anspruch genommen werden können. Dabei ist auch jeweils die Versorgung der Pflegebedürftigen während der Auszeiten sicherzustellen.

Nähere Informationen zu den Regionale-Projekten gibt es für Südwestfalen unter
www.auszeit-in-swf.de und Tel. 02921-94334-55 (Projektleiter Lars Vornheder) und für Ostwestfalen-Lippe unter
www.urbanland-owl.de/projekte/auszeit-in-owl und Tel. 0521 96733-281 (Projektleiter Ronald Claaßen). Eine Kurberatungsstelle in ihrer Nähe finden Interessierte auf der Internetseite
www.kuren-fuer-pflegende-angehoerige.de.

Presse-Kontakte:

„Auszeit in Südwestfalen – Kur-Angebote für pflegende Angehörige“
Projektleiter Lars Vornheder
Tel. 02921-943 34-55, Mail: vornheder(at)badsassendorf.de
Projektträger: Tagungs- und Kongresszentrum Bad Sassendorf GmbH, An der Rosenau 2, 59505 Bad Sassendorf

www.auszeit-in-swf.de

 

Projekt „Auszeit in OWL – Kur-Angebote für pflegende Angehörige“
Projektleiter Ronald Claaßen
Tel.: 0521-96733-281, Mail:

r.claassen(at)teutoburgerwald.de
Projektträger: OstWestfalenLippe GmbH, Fachbereich Teutoburger Wald Tourismus,
Walther-Rathenau-Straße 33-35, 33602 Bielefeld

www.teutoburgerwald.de




Soester Anzeiger, 08.01.2022